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Das Gebäude scheint in sich die Utopie eines Nicht-Hauses zu haben,
die Utopie einer Sache ohne Begrenzungen. In dem Haus und in diesem Ort
ist ein Nicht-Ort aufbewahrt und eine Utopie. Hat dieser Architekt versucht,
Nicht-Attraktionen zu bauen? Hat er die Schönheit der Stadt gedacht als
unattraktive Schönheit? Was ist eine unattraktive Schönheit? Hat er gedacht
an die unsichtbare Schönheit? Ist es Epstein gelungen, unsichtbare Häuser
zu entwerfen? Ist in diesen Häusern eine besondere Form von Wiener Luxus
formuliert: Anstelle der individuellen Villa die unsichtbare Schönheit, in
welcher Stockwerk für Stockwerk die Menschen wohnen. Hat Ernst Epstein
nicht bloß die überlieferten etwa einhundert Bauten in Wien entworfen,
sondern mehr als einhundert, doch nur einhundert sind zu finden und zu
sehen, die anderen stehen unsichtbar in Wien? Hat der Architekt in die Fülle
der Stadt eine Leere gebaut oder etwas Geringeres als die Leere: etwas
Unsichtbares, etwas Nicht-Manifestes?

Peter Waterhouse, geboren 1956 in Berlin, lebt in Wien.
Gedichte, Erzählungen und zwei Romane, Essays, Theaterstücke, Übersetzungen
(Michael Hamburger, Gerard Manley Hopkins, Biagio Marin, Andrea Zanzotto u.a.m).
Preise:
Manuskripte-Preis 1990 , Heimito-von-Doderer-Preis 2000
Stipendium des Deutschen Literaturfonds, Darmstadt 2001 ,
H.C.-Artmann-Preis der Stadt Wien 2004
letzte Veröffentlichung:
“Krieg und Welt” Verlag Jung und Jung, 2006

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